Statistik macht Spaß – spätestens seit Mark Twain auf seinem Bummel durch Europa ausgezählt hat, wieviele Wörter Kulturlesestoff deutsche Zeitungen im Vergleich zu amerikanischen aufbieten und wie umfänglich sich Wagneropern im Gegensatz zu vermischten Meldungen ausnehmen. Nur Spott hat Twain für den Feuilletonroman übrig („Tageszeitungen verabreichen täglich eine... Weiterlesen
I In einer Zeit, in der die Inquisition abgeschafft ist, die Beichte nur noch sehr eingeschränkte Relevanz besitzt und der Trend zur Psychoanalyse abgeflaut ist, scheint allein noch das unmittelbare und direkte Verhör geeignet, einem Subjekt Geständnisse abzuringen. Auch wenn zuweilen die genervte Leserin anderes herbeisehnen mag, so regiert doch in der Welt um d... Weiterlesen
Katrin Blumenkamp: Das „Literarische Fräuleinwunder“. Die Funktionsweise eines Etiketts im literarischen Feld der Jahrtausendwende. Münster: LitVerlag, 2010. (Literatur – Kultur – Medien, Bd. 12). ISBN 978-3-643-10920-0. Preis [A]: € 41,10 Auch die Suppen der Literaturkritik werden mit Wasser gekocht – zu den Gewürzen, die dem Geschmack des Wässrigen entgegen wirk... Weiterlesen
„Der Essay“ – stand vor geraumer Zeit in einer Programmankündigung des Bayerischen Rundfunks zu lesen – „ist die Form der Zeit: im Radio, in Blogs, in amerikanischen Zeitschriften und im Film.“ Zusammen mit der so beworbenen Veranstaltungsreihe Forum Essay 2010 mögen derlei Postulate als Beleg für die erstaunliche Vitalität eines literarischen Genres im 21. Ja... Weiterlesen